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woolrich kinderjacken Erstellt am: 24 Januar 2014 | Von dpa, dpa-infocomMachtkampf in der Ukraine setzt sich fort Nach den erfolglosen Krisengesprächen in Kiew haben sich die Demonstranten für neue Proteste im Machtkampf mit der Regierung gerüstet.

Zurab Kurtsikidze

Ex-Boxweltmeister und Oppositionsführer Vitali Klitschko spricht in Kiew. Foto: Zurab Kurtsikidze

Aktivisten verstärkten in der ukrainischen Hauptstadt ihre Barrikaden und errichteten neue Posten etwa an der stark genutzten Metrostation Kreschtschatik. Zudem besetzten sie das Agrarministerium, wie Medien berichteten. Beide Seiten betonten, ein Blutvergießen verhindern zu wollen. Bisher bestätigten die Behörden drei tote Aktivisten sowie Hunderte Verletzte, darunter auch Sicherheitskräfte.

Im nationalistisch geprägten Westen der Ex-Sowjetrepublik kam es in verschiedenen Städten zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Regierungsgegner hielten mehrere offizielle Gebäude besetzt. In Tscherkassy wurde eine junge Frau beim versuchten Sturm auf die Gebietsverwaltung schwer verletzt. Die Polizei nahm etwa 60 Demonstranten vorläufig fest.

In Kiew hatten prowestliche Oppositionspolitiker wie der Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko sowie der frühere Parlamentspräsident Arseni Jazenjuk in der Nacht zum Freitag nach Gesprächen mit Staatschef Viktor Janukowitsch ihre Anhänger zur «Waffenruhe» und Geduld aufgerufen. Allerdings reagierten viele Menschen mit Pfiffen und Buhrufen auf die Bitte. Zuvor hatte das prorussische Machtlager leichte Zugeständnisse angedeutet.

Die Führung habe angekündigt, die nach den gewaltsamen Protesten der vergangenen Tage Festgenommenen wieder freizulassen, sagte Klitschko. Außerdem erwartet die Opposition einen Rücktritt von Regierungschef Nikolai Asarow sowie eine Rücknahme umstrittener Gesetze zur Einschränkung demokratischer Freiheiten. Darüber soll das Parlament in einer Sondersitzung am kommenden Dienstag entscheiden. Janukowitsch ernannte unterdessen den Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Andrej Kljujew, zum Leiter der Präsidialverwaltung.

Auch nach fünfstündigen Krisengesprächen am Donnerstagabend hatte es nach Angaben der Opposition keinen Durchbruch in dem Machtkampf in Kiew gegeben. Am Freitag wurde EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle zu Vermittlungen in der ukrainischen Hauptstadt erwartet. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russische Gaslieferungen in die Europäische Union.

Das Parlament im Nachbarland Polen verurteilte in einer Erklärung die Eskalation der Gewalt scharf. Gleichzeitig riefen die Abgeordneten aller Fraktionen die Konfliktparteien zum Dialog und zu einer friedlichen Lösung auf. In Russland beriet Kremlchef Wladimir Putin die Lage im «Bruderstaat» mit dem Sicherheitsrat.

Die Opposition in Kiew nutzt die besetzten öffentlichen Gebäude als Rückzugslager sowie angesichts von tiefen Minustemperaturen zum Aufwärmen. Bei eiskalten Temperaturen harrten in der Nacht erneut Tausende Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz - dem Maidan - aus, den Regierungsgegner seit Monaten besetzt halten.

Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Janukowitsch Ende November auf Druck Russlands ein historisches Annäherungsabkommen mit der Europäischen Union auf Eis gelegt hatte. Die Verabschiedung der umstrittenen Gesetze zur Versammlungs- und Pressefreiheit hatte Mitte Januar die Demonstrationen weiter angefacht.

Mehr zum Thema Parlament soll über Rücktritt der Regierung entscheiden
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