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"Heute Abend habe ich das beste Match im gesamten Turnier gespielt", sagte Nadal, der sich wie immer nach seinen Siegen über Federer als demütiger Gewinner zeigte: "Es ist immer sehr speziell, sehr emotional, wenn ich gegen Roger spiele. Es ist eine Ehre, in der gleichen Liga zu sein wie er."

Nur 2:24 Stunden brauchte Nadal, um die Machtverhältnisse im Herrentennis zu untermauern. Beim 7:6 (7:4), 6:3, 6:3 ließ der 27-jährige Federer kaum eine Chance. Die 16.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena sahen trotz einer beherzten Vorstellung des Schweizers einen Klassenunterschied, den vor dem Match kaum jemand erwartet hatte.Zu leichtfüßig war Federer zuvor ins Halbfinale marschiert, hatte Jo-Wilfried Tsonga und Wimbledonsieger Andy Murray geschlagen und dabei teilweise herausragendes Angriffstennis gezeigt. Doch Nadal ist für Federer stets ein anderes Kaliber gewesen, die ultimative Herausforderung für den Rekordmann aus Basel.

Spitzenleistung trotz offener Blase

Der "Matador aus Manacor" wächst in den Duellen mit Federer über sich hinaus, auch diesmal zeigte Nadal keine Schwäche und triumphierte bereits zum 23. Mal. Der Mallorquiner ließ sich selbst von seiner schmerzhaften Handverletzung nicht beeindrucken. Als die offene Blase auf der Videoleinwand gezeigt wurde, stöhnte das gesamte Stadion auf. Nadal verzog bei der Behandlung nicht einmal das Gesicht.Schon beim Einzug in die Arena war Nadal kaum zu bremsen gewesen, trippelte unruhig hinter Federer auf und ab, während der Maestro aus der Schweiz nachdenklich wirkte. In allen drei Sätzen diktierte Nadal das Geschehen, Federer versuchte zwar, wie in den Matches zuvor den Weg ans Netz zu finden, doch Nadal schaffte es immer wieder, den 32-Jährigen zu passieren.

Erst nach zwei Stunden Spielzeit, beim Stand von 1:2 im dritten Satz, hatte Federer seine ersten und einzigen Breakbälle in der gesamten Partie und kam tatsächlich für einen kurzen Moment noch einmal zurück ins Match. Es war die einzige Nachlässigkeit eines nahezu perfekt spielenden Spaniers. Wenige Minuten später verwandelte er seinen zweiten Matchball.

Am zweiten Melbourne-Titel nach 2009 dürfte für Nadal nach der Demonstration gegen Federer kein Weg vorbeiführen. In zwölf Partien gegen Wawrinka hat er keinen einzigen Satz abgegeben. Als erster Spieler der Open Era (seit 1968) könnte Nadal am Sonntag alle Grand-Slam-Turniere zwei Mal gewonnen haben und mit seinem 14. Titel mit Pete Sampras gleichziehen. Da passt es perfekt, dass der Amerikaner dem Sieger den Pokal nach dem Finale übergibt.

24.01.2014 | 12:54 Uhr cwe, SID
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