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Aus Furcht vor Anschlägen hatte die Übergangsregierung die Sicherheitsvorkehrungen bereits erhöht. So stellten etwa die staatlichen Eisenbahnen am Donnerstag den Betrieb zwischen Oberägypten und Kairo ein.

Die Regierung beschuldigt die Muslimbruderschaft, hinter den Terroranschlägen in Ägypten zu stecken. Diese bestreitet das entschieden. Die islamistische Organisation hatte die ersten freien Wahlen nach dem Sturz Mubaraks gewonnen, war aber Anfang Juli 2013 nach Massenprotesten gegen ihre Herrschaft vom Militär entmachtet worden. Ihre Führer und tausende Aktivisten sind seitdem inhaftiert.

Die Organisation hat zu neuen Demonstrationen aus Anlass des Jahrestages der Revolution gegen das damalige Mubarak-Regime aufgerufen. Die Regierung, die den Jahrestag von ihren Anhängern in ihrem Sinne feiern lassen möchte, kündigte eine hartes Durchgreifen gegen jegliche "Störversuche" an.

Der Angriff auf die Polizeizentrale in Kairo ist der zweite markante Anschlag auf ein hochgesichertes Objekt der Staatsgewalt und der erste dieser Art in der Hauptstadt Kairo. Vor einem Monat waren bei einem Anschlag auf die Polizeizentrale in der Nildelta-Stadt Al-Mansura 16 Menschen getötet worden. Auch zu diesem Terrorakt hatte sich Ansar Beit al-Makdis bekannt.

Selbstmordattentäter reißt drei Menschen in den Tod

Beim ersten Anschlag am Freitagmorgen in Kairo durchbrach ein Selbstmordattentäter die Sperren an der stark gesicherten Sicherheitsdirektion der Kairoer Polizei in der historischen Innenstadt, ehe er sich mit seinem Fahrzeug in die Luft sprengte. Dabei riss er drei Menschen mit in den Tod, 73 weitere Personen erlitten Verletzungen, wie ein Polizeisprecher am Freitag im ägyptischen Staatsfernsehen sagte.

Die Explosion beschädigte die Fassaden der Polizeizentrale und des gegenüberliegenden Museums für Islamische Kunst. Vor dem Polizeigebäude war ein tiefer Krater zu sehen, den die Detonation verursacht hatte. Zu dem Anschlag bekannte sich die Al-Kaida-nahe Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis. Beim Auftauchen von Fernsehteams bildeten sich Menschenmengen, die skandierten: "Das Volk verlangt die Liquidierung der Muslimbruderschaft!"

Bei einem zweiten Anschlag wenig später explodierte ein Sprengsatz in der Nähe einer U-Bahn-Station im Stadtteil Dokki. Dabei wurden ein Mensch getötet und 15 weitere verletzt, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Die Bombe explodierte nach Augenzeugenberichten unter einem Polizeifahrzeug.

24.01.2014 | 07:14 Uhr vwe, AFP
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